Arbeiten Ohne Chef - Netzwerk

In unserem Bekanntenkreis werden mehr und mehr Leute arbeitslos, viele, die Arbeit haben sind unzufrieden über die Arbeitsbedingungen. Netzwerk fördert die Entwicklung selbstbestimmter und antikapitalistisch produzierende Projekte. wir unterstützen Projekte, wo keiner arbeitet, um den persönlichen Gewinn anderer zu erwirtschaften, wir unterstützen Projekte, die ihre alternativen Gedanken auch gezielt in die Praxis umsetzen wollen, wir unterstützen Projekte, die ihre Arbeit auch in einem politischen Zusammenhang sehen.

Und da haben wir uns vorgestellt, daß es eigentlich für eine ganze Reihe von Leuten interessant sein könnte, von den Projektleuten selbst zu hören, wie mensch so ein Projekt aufzieht. wo kommt das Startkapital her? Wann können die Leute vom Projekt leben? Und wie? Welche Überlebenschancen haben alternative Projekte in der Zukunft? Fragen gibt's offensichtlich genug. Interessierte Leute allerdings weniger. Zum zweiten Treffen der Veranstaltungsreihe “Arbeiten ohne Chef", diesmal im bochumer MOMO, kamen nur 26 Leute. Schwerpunkt war diesmal die Vorstellung von Handwerkskollektiven. Eingeladen waren u.a. Das Handwerkskollektıv Sonne und Wind aus Waltrop.

Neben den konventionellen Installationen (Elektroanlagen, Heizung, und Sanitär) werden eben auch Sonnenkollektoren und Windräder gebaut. Nach einer kurzen Projektvorstellung kam es zu einer duften Diskussion, vor allem deshalb, weil einige Zuhörer selbst dabei sind, ein Schreinerkollektiv aufzubauen! Klar wurde uns allen, daß der Kontakt der Proiekte untereinander viel stärker werden muß. Ein gut funktionierender Erfahrungsaustausch versorgt die angehenden Projekte mit Informationen, z.B. über mögliche Rechtsformen (sollen wir eine Genossenschaft oder eine GmbH aufmachen?), über Ausbildungsmöglichkeiten (wo kann ich eine Lehre machen, wie bekommen wir einen Meister, der ausbilden kann), über Finanzierungen (wo bekommen wir billig Maschinen her). Nur durch diese Zusammenarbeit läßt sich unfreiwillige Konkurrenz und isoliertes Vorsichhinwursteln vermeiden. Diese Vernetzung muß aber auch bis zu den Leuten kommen, die ihre Reparaturen immer noch von normalen Betrieben erledigen lassen. wenn die alternativen Betriebe in den nächsten Jahren weiter existieren sollen, ist nicht nur die finanzielle Unterstützung, sondern auch die Diskussion über neue Kooperationsformen und praktische Solidarität unabdingbar.
Wenn Dir dazu was einfällt, und Du die Bewegung bewegen willst, schreib doch mal an uns (Lünsenderstr. 23, 4630 Bochum 7).
Oder komm doch einfach am 14. November zum dritten Teil in den Kuckuck nach Dortmund. Eingeladen sind diesmal kommunikative Projekte. (Sieh mal in den Veranstaltungskalender!

Hier möchte jemand Geld wertlos machen. Er sammelt alle Adressen, die mit handwerklichen und geistigen Sachen zu tun haben. Damit stellt er einen Katalog zusammen, der ein Angebot über den Tauschhandel geben soll. Ein Beispiel wäre, daß ein Elektriker Für einen Zahnarzt Leitungen legt, und der ihm dafür die Karies stopft. Ich finde, darüber sollte man mal nachdenken. Wer Lust hat, hier die Adresse:
FRIEDEMANN STUHN
Karl-Schutz-Str. 2
Dortmund-Nette

 

Ausgabe #66
November 1982
32 Seiten
Dieser Artikel ist auf Seite 4
Wortanzahl: 519

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#Alternativwirtschaft

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